Wednesday, 1 June 2016

Harmonie tut mir gut

Was ich gelernt habe: ich bin nicht perfekt, und ich will auch nicht perfekt sein! (‘perfekt sein' ist mir ein Gräuel)
 
So bin ich an den Gedanken gekommen:
 
Ich schätze es sehr wenn die Harmonie um mich herum herscht und sich alles so schön ausgewogen anfühlt: ein aufgeräumter Lebensraum der unbelastet von Chaos des herumliegenden Gruschtes ist. Das ist ein schönes Leben!
 
Ich hab dieses Problem mit Sachen die liegen bleiben und das Problem ist dass das Zeug dann auch ewig liegen bleibt.  Als ob es angewurzelt ist an welchem Ort es auch immer mal zu liegen kam!  Furchtbar.  Ich wälze Sachen manchmal um, oft schiebe ich sie auch nur von einem Fleckchen zu anderen, oder ich beuge um.
 
Also eigentlich stecke ich ganz schön was an Arbeit rein um das Zeug rumliegen zu haben!
 
Was ist der Unterschied zwischen rumliegen und mir ein Grauen sein, und aufgeräumt zu sein und mir damit gut tun?
 
Wenn Sachen an ihrem richtigen Platz sind, dann sind sie aufgeräumt – sie fühlen sich harmonisch an.  Ich muss mir überlegen welcher Platz für eine Sache der richtige Platz ist, ohne geht das nicht.  Das ist der erste Schritt.  Gleiches zu gleichem fühlt sich auch sehr gut an: dann finde ich das Zeug auch leichter wieder und damit fällt auch ganz schön was an Last von mir ab.
 
Das ‘aufräumen‘ scheitert oft daran dass es sich nach so einem Kraftakt anfühlt.  Dass man sich so verausgaben muss.  Aber die Sache ist die: wenn ich ein bisschen was auf einmal anpacke dann geht das viel leichter.  Dann fühlt es sich nicht nach brutal viel Arbeit an. 
 
Ich hatte am Samstag eine Freundin zu einer Nähsession eingeladen, - ich wollte mich nicht schämen, und auch den vorhandenden Raum gut nützen können. Es hat auch gut mit dem Aufräumen geklappt: ich hatte nicht alles bis zum letzten Drücker liegen gelassen sondern frühzeitig angefangen Sachen an ihren rechten Platz zu legen.  Das hat gut getan.
 
Wir haben zusammen genäht, abgemessen, den Schnitt abgeändert und Fotos aufgenommen.  Da hat es sich dann doch etwas gerächt dass ich das letzte Zeug doch nur in eine Ecke gestopft hatte: die Ecke hat es verhindert dass ich leicht die Schubladen meiner Nähkommode aufmachen konnte. Upps. Das merke ich mir fürs nächste Mal.
 
Es hat sich gut angefühlt dass wir uns in dem Zimmer rühren konnten. Die Nähmaschine, der Spiegel und das Bügelbrett waren alle gut zugänglich.  Da kann ich mir verzeihen dass es die Nähkommode nicht war. Drei Sachen von vieren ist schon ganz schön gut!
 
Nun ist die Nähsession vorbei und das Zimmer ist noch (relativ) gut aufgeräumt.  Ich möchte es so gerne auch so halten!  Dass es weiterhin harmonisch ist und ich nicht in Chaos untergehe.
 
Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und natürlich hab ich gleich wieder angefangen Sachen rauszuziehen die dann fast alle wieder liegen geblieben sind.  Manche weil ich sie nicht richtig aufgeräumt hatte und etwas brauchte und dann wieder nicht wusste wohin damit (aha, Schritt 1: ich muss mich entscheiden: wo ist der richtige Platz!?) und anderes weil ich es nicht gleich wieder weg tun wollte.
 
Ich hab Bücher mit Strickmustern, Wolle, Nadeln und andere Strickangaben rausgezogen.  Ich konnte mich nicht recht entscheiden welches Garn ich in welchem Muster stricken wollte.  Dass die Sachen erstmal offen rumlagen hat mir für kurze Zeit auch gut getan: ich konnte alles anschauen was mich angemacht hat – es war alles schön in meienm Blickfeld damit ich mich entscheiden konnte.
 
Leider passiert dann dieses Dings – ich merke nicht wann der Zeitpunkt ist wenn das Zeug rumliegt obwohl ich es nicht mehr im Blickfeld gebrauchen kann.  Es ist mir wohl auch nicht klar wann ich mich etwas anderem zugewendet habe und aufgehört habe diese Sache zu machen.  Das fällt mir erst nach einer ganzen Weile auf.
 
Und ich muss ja auch nicht von mir verlangen dass ich alles aufräume sobald die Minute da ist in der ich Zeugs nicht mehr brauche!  Es reicht doch auch wenn mein Blick auf etwas fällt und mir einfällt dass ich das nicht rumliegen haben brauche.
 
Und dann räume ich ein oder zwei Sachen auf einmal auf.  Es muss wirklich nicht gleich alles in einem Schwung sein!  Das ist zuviel Kraftakt.
 
Und dann gibt’s noch eine Überlegung auf die ich mit meinem Strickzeugs dem rausgezogenen gekommen bin: wenn ich sofort aufräume sobald mir auffällt dass was da liegt – bis alles wieder wie in einem Showhaus in der Ausstellung aussieht – da würde ich mich auch nicht wohlfühlen.  Es muss okay sein wenn ein bisschen was rumliegt, das lässt den Raum dann wohnlich aussehen.  Wenn alles weggesperrt ist dann ist das auch nicht doll.
 
Aber den Anspruch zu haben dass immer gleich wieder alles weggekommt, und dass es dann der Riesenaufwand an Kraft ist: nein, das ist mir zu blöd. Perfekt bin ich nun mal nicht, und ich will es auch gar nicht sein!
 
Das wäre ja gräuslich.
 
 
Fazit:
 
  1. Mich für den richtigen Platz für etwas entscheiden
  2. Immer wieder mal gescheit hinschauen um zu sehen was Chaos ist und weg kann (und was schön wohnlich aussieht)
  3. ...und dann nur ein paar Sachen auf einmal aufräumen.  Ich kann sowas auch auf mehrere Male anpacken, so geht es auch!
     
  4. Und freuen!  Dass es so schön aussieht und ich mich wohlfühle!

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